Doch keine Ampelkennzeichnung für Dickmacher
(17.03.10, 10:30 Uhr) Brüssel.Lebensmittelverpackungen sollen mit besseren und vor allem gut lesbaren Kennzeichnungen ausgestattet werden, soviel steht fest. Die Ampelkennzeichnung wurde jedoch vom EU-Parlament am Dienstag eindeutig abgelehnt.
Im Ausschuss für Gesundheit und Umwelt des Europaparlaments wurde das Projekt „Lebensmittelkennzeichnung“ am Dienstag ein ganzes Stück vorangetrieben. Darüber, dass Lebensmittel besser gekennzeichnet werden müssen, herrscht kein Zweifel, die Frage ist nur ‚wie‘. Eine neue EU-Verordnung ist bereits in Planung. Alle Hersteller von Nahrungsmitteln sollen verpflichtet werden ihre Produkte mit verständlichen Informationen zu kennzeichnen und aufzuschlüsseln wie viel Fett, Zucker, Salz oder Kohlenhydrate je 100 Gramm oder Milliliter enthalten sind.
Bis die EU-Verordnung in Kraft treten kann, müssen noch ein paar Kleinigkeiten geklärt werden. Der Feinschliff sozusagen. Geplant ist, wenn alle Mitgliedsstaaten zustimmen, auf der Vorderseite des Produkts bereits die Kilokalorien anzugeben. Bei Fleisch, Früchten und Milchprodukten soll außerdem noch die Herkunft angegeben werden. Ein Extra-Hinweis ist für gentechnisch veränderte oder mit Nanopartikeln behandelte Nahrungsmittel vorgesehen. Für alkoholische Getränke soll es Sonderregelungen geben. Die EU-Verordnung sieht auch eine Regelung für die Angabe von Haltbarkeitsdaten und Herstellerdaten vor.
Bislang sind sich die Abgeordneten des EU-Parlaments jedoch uneinig darüber, ob die Verordnung nur für verpackte Produkte in Kraft treten soll oder auch für Waren, die erst beim Verkauf verpackt werden, also zum Beispiel Brot vom Bäcker oder Fleisch vom Metzger. Nicht gelten soll die Verordnung hingegen für kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 100 Arbeitskräften und einer Bilanzsumme von unter 5 Millionen Euro.
Was sagt Ihr zu den Plänen des EU-Parlaments, das sich bei der Umsetzung am amerikanischen System orientiert? In den USA sind die Lebensmittel bereits seit längerem mit umfassenden Informationen ausgezeichnet. Glaubt Ihr das bringt etwas in punkto Ernährungsbewusstsein? Was sagt Ihr dazu, dass kleine Unternehmen von den Neuregelungen verschont bleiben sollen?